Sonntag, 10. Mai 2020
Maskensterben
Sonntag, 10. Mai.

Erst sterben die Menschen, dann sterben die Masken.

Zugegeben, eine makabere Formel in diesen Zeiten, aber was sie ausdrücken soll, ist eigentlich ausgesprochen positiv und hoffnungsvoll:

Jetzt, wo die Neuinfektionen stagnieren und die ganz, ganz schlimme Horrortodesseuche auszubleiben scheint, wo Beschränkungen und Verbote gelockert werden und die Leute wieder rausgehen an die Frühlingsluft, jetzt also verliert die Maske ihren Must-have-Status.

Erinnern Sie sich noch an die Anfangswochen von Corona, als schützende Filtermasken den Hamster-Rentnern wertvoller schienen als Gold? Weil sie nämlich nicht vorhanden waren, weil so gut wie keine produziert und die wenigen produzierten nicht ausgeliefert wurden, oder nur zu Wucherpreisen unter der Ladentheke?

Nun, keine zwei Monate später, fällt der Kurs dieser Dinger in der Öffentlichkeit und bei Amazon rapide. Vielleicht liegt es daran, dass sie uns mittlerweile aufgezwungen wurden und jeder mal die Erfahrung machen durfte, wie schlecht es sich darunter atmen und sprechen lässt, wie eingeschränkt und/oder entstellt man sich damit fühlt.

Jedenfalls möchte ich an dieses Foto erinnern, das ich erst vor einigen Tagen hier gepostet habe:



Ein Fundstück in der Nachbarschaft, das viel über den neuen Wert dieses Stücks Textil aussagt. Heute kam ein neues Bild dazu:



Da musste wohl jemand ganz eilig was loswerden. Gesehen auf unserem Spaziergang am Meer. Ja, Rike und ich haben heute zum ersten Mal das Meer wiedergesehen. Jedenfalls so eine Art Meer, einen Ausläufer, einen Zipfel. Aber bis zum Horizont nur Wasser - mehr hätte man auch auf Malle nicht haben können. Und dieser Geruch nach Seetang und salzigem Sand, schon fast vergessen. Schön war's.

Das Beste aber: Wir haben heute schon mal die Außengastronomie getestet. Das könne man doch noch gar nicht, sagen Sie? Nun, am Meer konnte man. Und wir hatten Logenplätze, ganz unverhofft. Minuten vor uns war ein Polizist dagewesen, der offenbar keine Einwände hatte.



Es wird immer schwieriger, diese Bilder und Eindrücke mit den livetickerartig allgegenwärtigen Infektionszahlen überein zu bringen. Aber bitte, hier sind die heutigen: In Deutschland 171.704 Fälle (7.549 tödlich); in Hamburg 4.946 Fälle (204 verstorben). Wir haben in ganz Deutschland nur noch rund 26.000 akut Erkrankte, so wenig wie nie. Trotz aller Lockerungen und weggeworfener Masken.