Montag, 11. Mai 2020
Letzte Späße
Montag, 11. Mai.

Ich habe das dumme Gefühl, dass wir mit Corona gerade auf der Kippe stehen. Die ganze Geschichte kippt in eine neue Richtung, aber eher keine gute.

Mancherorts gibt es noch Leute, die es mit Humor nehmen, so wie hier:



Besonders lustig, wenn man weiß, dass der zugehörige Laden nicht mal 100 Quadratmeter groß ist. Geradezu tragikomisch, wenn ein Geschäft wirklich 802 Quadratmeter Verkaufsfläche hätte, von denen nur 799 öffnen dürften.

Aber wie gesagt: Die Stimmung kippt. Immer mehr Demos und Verstöße gegen die Schutzvorschriften. Verständlich, einerseits. Die Leute sind es satt, sie wollen wieder Normalität, jedenfalls so viel wie möglich davon. Geht mir genauso. Mache ich auch so. Und ich nehme die Sache nicht mehr richtig ernst.

Das wäre in meinem schlechten Katastrophenroman der Zeitpunkt, wo sich das Virus rächt. Und alles von Neuem losgeht, vielleicht dieses Mal auch bei mir. Irgendwann muss man ja selbst auch an die Reihe kommen, Stichwort Herdenimmunität.

Aber was dann? Keine Regierung würde es mehr fertigbringen, noch einmal flächendeckende oder auch nur einzelne Städte umfassende Lockdowns zu verhängen. Es käme sonst zu Plünderungen und Bürgerkrieg.

Die Akzeptanz für neue Verbote oder Stilllegungen läge gefühlt bei einem Prozent, selbst wenn die Zahl der Todesfälle wieder nach oben schnellen würde. Von einem bloßen Anstieg der Infiziertenzahl gar nicht zu reden, der geht mitterweile allen nicht Betroffenen am Hintern vorbei.

Was also, wenn durch unsere Ungeduld die zweite Welle kommt? Wir sind hier nicht in China, wo sie gerade eine Großstadt im Norden ratzfatz unter Quarantäne gestellt haben, weil dort angeblich 17 Leute neu erkrankt sind.

Nein, dann hätten wir den perfekten Sturm: Eine exponentiell ansteigende Erkrankungswelle UND einen nicht mehr einzudämmenden Drang zur Anarchie mit lauter Super-Spreadern. Sagte ich schon, dass ich zum Schwarzsehen neige?

Aber die Zahl der Neuinfektionen geht angeblich immer noch zurück in Deutschland: 172.295 Fälle (7.611 verstorben), davon in Hamburg 4.951 Infizierte, das sind gerade mal fünf (5!) mehr als gestern, und kein neuer Todesfall bei 204 Verstorbenen.

Immer, wenn ein Trend so gut aussieht, dann melden sich meine dystopischen Instinkte. Bislang, so gebe ich zu, war es eigentlich immer falscher Alarm.