Sonntag, 17. Mai 2020
Wunder der Statistik
Sonntag, 17. Mai.

Mit Rike und Oskar am Schaalsee gewesen. Meck-Pomm, dieses ferne, gerade noch so unnahbare Land, das einem inzwischen schon wieder ganz nah, ganz normal vorkommt, im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Was man heute alles schon wieder ganz normal tun kann: rüberfahren (nach "drüben", ganz ohne Kontrolle und Machen-Sie-mal-das-Ohr-Frei), dort spazieren gehen, sich ein Fischbrötchen holen, sich damit in die Sonne an einen Tisch setzen, anderen Menschen zusehen, die dasselbe tun ... Wahnsinn, fast wie "früher"! Also jetzt nicht "ganz früher", als noch ein gewisses Abwehrbollwerk stand.

Was leider noch nicht ging, war: vom Fleck weg das schmucke Ferienhäuschen mieten, das uns unterwegs im Wald anlachte. Schmuck, aber verriegelt und leerstehend.

Und leider sind wir Menschen mit Hamburger Nummernschildern ja im östlichen Bundesland gar nicht mal soooooo beliebt, weil wir dort bekanntlich jeder drei Zweitwohnsitze am See und/oder an der Küste haben und uns für diese Immobilien Mecklenburg-Vorpommeraner als billiges Dienstpersonal halten. So hört man wenigstens.

Und im Zweifel nehmen wir denen auch noch die Beatmungsplätze weg. Ach nee, das war Schleswig-Holstein (siehe CC vom 29.4.) Und ist ja jetzt auch hoffentlich ausgestanden.

Die Zahlen von heute: 617 landesweit neu Infizierte (nur 20 Todesfälle!) Aber jetzt kommt's: In Hamburg hat die Gesamtzahl aller jemals Infizierten laut Stastik um genau zwei ABgenommen! Gestern waren es noch 5.031, heute sind es 5.029. Ein Wunder ist geschehen: Menschen, die krank waren, sind es plötzlich nie gewesen. Fragen Sie nicht mich, fragen Sie die Hamburger Gesundheitsämter.

Die Todesfälle in der Stadt haben sich um einen erhöht. Wodurch es nun theoretisch und rein statistisch möglich ist, dass einer, der erst krank war, es dann aber nie gewesen ist, nun nicht mehr lebt. Es sind wahrlich wundersame Zeiten.